Flüchtlingswelle nach Europa
An den Spiegel vom 8.9.2014 Asyl und Flüchtlinge
Max Popp hat recht, wenn er sagt, dass es so nicht weiter gehen kann. Die Grafik zeigt die explodierende Flüchtlingszahl aus den Krisenländern an, die in Europa ein besseres Leben erwarten. Die Hoffnung, von Popp, qualifizierten Menschen legale Wege nach Europa zu eröffnen, gibt es m.W. schon und wir brauchen diese auch aufgrund des dramatischen Geburtenrückgangs in Europa. Aber wie der Bericht zeigt, ist das ja nicht das Problem. Es kommen vor allem Unqualifizierte, die letztendlich soziale Probleme vielfältiger Art machen.
Streiks der Priviligierten
Seite 4 der Ausgabe vom 2.9.14 meldet: „Warnstreik legt die Bahn lahm“ und berichtet von den Folgen für die Menschen, die auf die Bahn angewiesen sind. Für die Betroffenen und sie Bahn ärgerlich bis fatal. Nun sind Streiks zur Durchsetzung von arbeitsrechtlichen Forderungen durchaus legitim und durch die Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit nach Art. 9 des Grundgesetzes geschützt. Es kann aber nicht angehen, dass Streiks der Wenigen, die eine Schlüsselstellung im Betrieb innehaben, für sich überhöhte Löhne und Privilegien durchzusetzen. Sie schaden dem ganzen Betrieb und führen zu einer Entsolidarisierung der Arbeitnehmer.
Ein Mädchen aus Gaza?
Ein Bild, exponiert auf der ersten Seite der Ausgabe vom 30.August 2014 zeigt ein vielleicht 6jähriges Mädchen mit einer Kalaschnikow, grimmig und entschlossen dreinschauend. Die Bildunterschrift sagt, dass sie von den palästinensischen Al-Kuds-Brigaden unbarmherzig für den Krieg rekrutiert worden ist. Ihre Kindheit wird dem Dschihad geopfert.
Der Wahrheitsgehalt dieses Bildes kann m.E. jedoch sehr bezweifelt werden, wenn man sich das Foto einmal genau betrachtet: Die Waffe wiegt 4,3 kg, munitioniert wohl an die 6-7kg. Für ein kleines Mädchen viel zu schwer, um damit im Gelände auch noch agieren zu können. Die Länge des Gestänges als Kolbenersatz ist viel zu lang für das Mädchen, sodass es das Gewehr gar nicht richtig führen kann; noch weniger, wenn es den Rückstoß beim Feuern aushalten soll. Noch interessanter ist der Hintergrund. Hier sieht man Passanten mit europäisch aussehenden Schuhwerk und Bekleidung auf einer sauberen blau mit weißen Streifen glatten Straße. Wer die Bombardierungen durch die Israelis auf das Ghetto Gaza gesehen hat und die Bilder der verzweifelten Menschen, kann sich nicht vorstellen, dass diese Aufnahme dort gemacht worden ist. Außerdem haben die Palästinenser genügend verzweifelt entschlossene Männer aber längst nicht genug Waffen, um auch noch kleine Mädchen zu rekrutieren. M.E. handelt es sich um ein gestelltes Foto von irgendwoher, nur nicht aus Gaza.
Die dpa, die solche Bilder verbreitet, handelt verantwortungslos. Die Zeitungen, die wiederum so was ohne Prüfung auf ihren Wahrheitsgehalt begierig verbreiten, betreiben das Geschäft der Israelis, die mörderischen Angriffe auf eine hilflose, seit Jahrzehnten gedemütigte und unterdrückte Bevölkerung in Palästina zu rechtfertigen.
Gaza-Tragödie (2) vom 7.8.2014
Leserbrief
Auf Seite 2 der Ausgabe vom 6.8. kommt der in Tel Aviv lebende israelische Journalist gleich zweimal zu Wort. Einmal schildert er so ziemlich realistisch die derzeitige Situation in Gaza; sein daneben stehender Kommentar ist jedoch kaum auszuhalten: Da stehen Worte wie „Waffengang“, „Krieg“, „mehrere Millionen Israeli wurden Tag für Tag mit Raketen terrorisiert“, es gäbe „strategische Planungen der Hamas“, „die Infrastruktur der Islamisten sei geschädigt“, die Hamas will die Tore Gazas öffnen, um „aufrüsten“ zu können und sie Israelis wollen nur „Ruhe an seinen Grenzen auf lange Zeit“. Das wird aber gleich wieder in Frage gestellt, weil ja aus Beton auch “Terrortunnel“ gebaut werden könnten. So ist die Sicht eines israelischen Journalisten oder besser Propagandisten, dem in den deutschen Medien bereitwillig und gegen Bezahlung Raum gegeben wird, die Deutschen von der Rechtmäßigkeit und dem hehren Ansinnen der Israelis zu überzeugen und viele glauben auch daran, weil anders lautende Informationen kaum geliefert werden und man doch nicht etwa sein eigenes Gewissen belasten will!
Mich treibt aber die Situation in Gaza um: Weiterlesen
Israel – Gaza, Leserbrief vom 14.7.2014
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Berichterstattung in den deutschen Medien und auch in den regionalen Zeitungen über den Konflikt Israels mit den Palästinensern nach der Ermordung von drei jüdischen Jugendlichen in den von Israel besetzen Gebieten ist an Einseitigkeit nicht mehr zu übertreffen: Es kommen nur israelische Berichterstatter und Kommentatoren zu Wort, die vornehmlich das Leid und die Ängste der Israelis vor den Raketen der Hamas schildern und die israelischen Luftangriffe, Beschießungen mit Panzern und Kriegsschiffen als gerechte Vergeltung darstellen. Auch die in der Zeitung abgebildeten Karikaturen gehen von gleichstarken Gegnern aus.
Sogar in der Spalte für die Kinder „ Klaro-Safaro“ werden diese entsprechend indoktriniert. Dabei ist Israel eine Super- und Atommacht im Nahen Osten, die den gesamten arabischen Raum dort militärisch beherrscht. Weiterlesen
