Cuxhaven + Umzu

Fördermittel und Föderalismus vom 2.10.2023

Als ich den positiv zustimmenden Bericht vom 30.9. ĂŒber den Bau der ErweiterungsflĂ€che in Cuxhaven an der Neufelder Straße las und das Luftbild betrachtete, war ich doch etwas erschrocken: Elf Hektar GelĂ€ndeoberflĂ€che wurde komplett versiegelt, um AutoparkflĂ€chen zu schaffen! FĂŒr den Import von Automobilen, wohl hauptsĂ€chlich aus SĂŒdostasien! Und warum in Cuxhaven? Weil diese AktivitĂ€ten sonst auf andere HĂ€fen ausweichen! Die Einfuhren wĂ€ren demnach möglich, ohne dass es zu LieferengpĂ€ssen fĂŒhren wĂŒrde! Diese Maßnahme wĂ€re somit also gar nicht erforderlich, sondern man wollte nur ein StĂŒck vom Kuchen abhaben! Aber durch den Föderalismus haben wir in Deutschland keine einheitliche sinnvolle Hafenpolitik sondern Konkurrenzdenken der LĂ€nder auf Kosten der Menschen und der Umwelt!

UngefĂ€hr die HĂ€lfte der FlĂ€che war hochwertiges Weideland mit GrĂŒppen und auch ein kleines GewĂ€sser, was nun unwiederbringlich zerstört ist. Sind AusgleichsflĂ€chen geschaffen worden und wo? Diese mĂŒssten erheblich und kostenintensiv sein, wenn es sie denn gibt.

Wieviel Tausende von Tonnen an COÂČ durch den Bau verursacht worden ist, wagt man gar nicht zu fragen. Auch die Kosten der Maßnahme werden nicht genannt; es dĂŒrfte sich wohl um etliche Millionen handeln. Aber das spielt ja auch offenbar nur eine untergeordnete Rolle, weil ja die EU-Förderung, es soll sich um ĂŒber 10 Millionen Euro handeln, den Großteil abdeckt. Ob die Stadt auch einen Kostenanteil dazugibt oder „nur“ die GrundstĂŒcke zu VerfĂŒgung gestellt hat, wĂ€re auch interessant zu wissen. Ist Cuxport nun alleiniger EigentĂŒmer der FlĂ€che? (EigentĂŒmer von Cuxport ist neben der Rhenus-Gruppe auch die Stadt Hamburg (HHLA) mit einem Anteil von 25,1% und hat damit großen Einfluss auf die GeschĂ€ftspolitik!)

Hat auch eine Kosten-Nutzenuntersuchung und mit welchem Ergebnis stattgefunden? Ob sich die Erwartungen erfĂŒllen, angesichts von Inflation und steigenden Energiekosten? Sich nur hauptsĂ€chlich von den Fördermitteln blenden und leiten zu lassen, ist nicht nachhaltig.

Manfred Kuras

CDU-Stammtisch am 5.1.23(Nachtrag)

CDU-Stammtisch am 5.1. 2023 (Nachtrag)

Leserbrief

Dem Bericht von Kai Koppe in den CN vom 7.1. wollte ich doch noch um einige neue und bemerkenswerte Aussagen von Ferlemann ergÀnzen:

 

Im Gegensatz zu den Parteioberen plĂ€dierte er im Ukraine-Konflikt unter Hinweis auf die vielen Opfer auf beiden Seiten fĂŒr einen sofortigen Waffenstillstand und anschließenden Friedensverhandlungen.

 

Hinsichtlich des Personenkreises der Zuwanderer muslimischer Herkunft, die in Deutschland negativ in Erscheinung treten, bezeichnete er vor allem die dritte Generation, die sich nicht integrieren wolle. Da diese meistens den deutschen Pass haben, ist auch bei schweren Vergehen keine Abschiebung möglich. Ferlemann bedauerte das.

 

Das Rentenproblem behandelte Ferlemann unter Hinweis auf die demnĂ€chst in Ruhestand gehenden Personen ausfĂŒhrlich. Bei dieser Thematik wirkte er geradezu hilflos und hatte keine Lösung fĂŒr die Finanzierung. Er malte ein dĂŒsteres Bild der Zukunft Deutschlands als Industrienation an die Wand. Es bedĂŒrfe wegen des fehlenden Nachwuchses qualifizierter Zuwanderung in einer GrĂ¶ĂŸenordnung von Millionen aus den Ausland. Und diese ist bekanntlich schwer zu bekommen.

 

Auf Vorhaltungen, dass viele falsche Entscheidungen in der Merkel-Ära passiert sind, die jetzt ihre Fortsetzung in der neuen Regierung finden, wies Ferlemann darauf hin, dass seinerzeit auch immer die SPD mitregiert hĂ€tte.

 

Manfred Kuras

 

 

Quo vadis Energiewende? v.14.5.22

 

In den Cuxhavener Nachrichten vom 5. und 13. Mai 2022 wird das Thema Wasserstoffproduktion behandelt. In Cuxhaven soll eine Anlage entstehen, die erst mit 2, dann im Endausbau bis zu 20 Megawatt aus Strom Wasserstoff erzeugen kann. Die HĂ€lfte der Baukosten trĂ€gt Land und Bund. Wieviel kg das sein könnte, wird nicht genannt. Der Strom kommt mutmaßlich von den Offshore-Windkraftanlagen. Das ist grundsĂ€tzlich – vor allem fĂŒr Cuxhaven- eine gute Sache. NatĂŒrlich macht es nur dann Sinn, wenn es sich um Strom aus Photovoltaik und Windkraft handelt, der wegen ÜberkapazitĂ€t nicht vom Netz aufgenommen werden kann, also sonst ĂŒberflĂŒssig ist. Wie die ZusammenfĂŒhrung der Netze dieses Stroms fĂŒr die Erzeugung von Wasserstoff erfolgen soll, hat sich mir noch nicht erschlossen. Bislang erhalten die Erzeuger fĂŒr den wegen Abschaltung der Windanlagen nicht erzeugten, also ĂŒberflĂŒssigen Strom ca. 150 Mio Euro jĂ€hrlich allein fĂŒr den Bereich des Landes Niedersachsen vom Verbraucher, bzw. demnĂ€chst vom Steuerzahler.

Nach dem Bericht vom 13.5. wird seitens der Offshore-Windpark-Interessenten argumentiert, dass die Erzeugung von Wasserstoff direkt auf See wesentlich kostengĂŒnstiger sei, als wenn man erst den Strom zum Festland fĂŒhren muss. Eine technische und finanzielle Herausforderung. In 13 Jahren sollen dann eine Million Tonnen grĂŒner Wasserstoff erzeugt werden können, vorausgesetzt es werden die Windkraftanlagen auf See entsprechend ausgebaut; sprich vervielfacht. Nun klingt eine Millionen Tonnen viel, aber benötigt wird das 17fache, wenn man den Kraftstoffverbrauch Deutschlands von 50 Millionen Tonnen jĂ€hrlich zugrundelegt(VerhĂ€ltnis 1:3). Fördergelder in Zig-Milliarden Höhe werden wohl vonnöten sein.

Die Lobbyisten sind sich in der Frage der Förderung ihrer AktivitĂ€ten durch den Staat einig: Es geht Ihnen hauptsĂ€chlich um die Abschöpfung der Subventionen. So hat der dĂ€nische Vertreter des Offshore-MarktfĂŒhrers Orstedt vor kurzem in einem Interview den Bund kritisiert, dass die bisherige Regelung fĂŒr Deutschland weggefallen ist, dass Windparkanlagen beschrĂ€nkt wurden, weil die Leitungen an Land nicht entsprechend schnell gebaut wurden. Denn dann wĂ€ren wir jetzt schon weiter, wie er bemerkte. D.h. er wollte weiterhin die hohen EinspeisevergĂŒtungen kassieren, auch wenn der Strom gar nicht abgenommen werden kann.

Das gleiche mit dem Biosprit-Vertreter, der den Frevel, hochsubventioniertes Rapsöl dem Benzin zuzusetzen und Biosprit zu erzeugen vehement verteidigte. Das gleiche gilt auch fĂŒr die Biogasanlagen, die das Lebensmittel Mais zu Gas vergĂ€ren, damit mit Motoren Strom erzeugen und diesen Strom dann hochsubventioniert in das Netz einspeisen.

Cuxhaven bekommt jetzt ein Holzkraftwerk das WĂ€rme liefern will und außerdem ĂŒber Motoren subventionierten Strom in das Netz einspeist. Bauherr ist hier eine schweizer Investmentgesellschaft. Da die Holzverbrennung angeblich COÂČ-neutral sei, wird sie natĂŒrlich gefördert. Inwieweit bereits die Investition mit MillionenbetrĂ€gen gefördert wird, entzieht sich meiner Kenntnis; jedoch kann man davon ausgehen. Das sich das Ganze rechnet, dĂŒrfte klar sein.

Aber wir haben ja offensichtlich genug Energie, dass wir auf die sichersten noch laufenden drei Atomkraftwerke verzichten können. Als Spitze werden auch noch fĂŒr jeweils eine Mrd. Euro die abgestellten Meiler abgebrochen, anstatt sie einfach stehen  zu lassen.

Das sind so einige Fakten aus dem Bereich des Energiewandels in Deutschland. Den Menschen glauben, dass wir alles im Griff haben und die Regierenden unsere Interessen schon vertreten werden. Das zeigen die Umfragewerte. Ich habe da eine andere Wahrnehmung.

Ideologie trifft auf Wirklichkeit.

 

Manfred Kuras

Badelagune erwĂŒnscht vom 24.2.2022

 

Herr Böhmert wendet sich in seinem Leserbrief vom 22.2. vehement gegen PlĂ€ne, den Kugelbake-Bauhafen zu einer Badelagune umzugestalten. Er spricht von einer zusĂ€tzlichen kĂŒnstlichen Verschandelung und befĂŒrchtet eine Klamaukmeile, die an den Grundfesten unserer IdentitĂ€t rĂŒttelt. Cuxhaven sei kein Touristenjahrmarkt. Wenn man baden wolle, dann hat man sich ĂŒber die Gezeiten und die Bademöglichkeiten vorher zu unterrichten.

Ich bin wirklich erschĂŒttert ĂŒber eine derartig negative EinschĂ€tzung einer Badelagune im Kugelbakehafen. Er wird auch wohl ziemlich alleine mit seine Meinung dastehen. Offensichtlich kennt er weder die Lagune in Burhave bei Wilhelmshaven noch die im BĂŒsum. Von Verschandelung kann da keine Rede sein – im Gegenteil, sie bieten einen wohlgefĂ€lligen Anblick und sind eine Attraktion. Kinderlachen und fröhliches Strandleben sind Herrn Böhmert offensichtlich ein Graus. Und die Kugelbake wird auch nicht beseitigt oder verbaut.

Was eine derartige positive Umgestaltung des seit langem praktisch unbenutzten Kugelbakehafens mit der IdentitĂ€t der Cuxhavener zu tun haben soll, erschließt sich mir auch nicht. Auch der Deichschutz ist nicht gefĂ€hrdet.

Cuxhaven lebt zum großen Teil vom Tourismus und es wĂ€re eine tolle und auch wirtschaftlich sinnvolle Maßnahme, wenn der Gast und auch der BĂŒrger Cuxhavens die Möglichkeit bekommen wĂŒrde, jederzeit in klarem Seewasser baden und schwimmen zu können, anstatt in dem sedimenthaltigem flachen Wasser am Ufer. Das wĂŒrde auch viele GĂ€ste animieren, die deswegen sonst an die Ostsee fahren, in Cuxhaven Urlaub zu machen. Darum bemĂŒht sich doch die Stadt und investiert entsprechend.

Der Kugelbakehafen mit seinen Steinbefestigungen hat außerdem den Vorteil, dass nach Sturmfluten kein neuer Sand aufgefahren werden muss wie bei den beiden anderen Lagunen und somit die Kosten ĂŒberschaubar bleiben.

Andere BĂŒrger und auch ich haben der Stadt in AbstĂ€nden seit ĂŒber 10 Jahren entsprechende VorschlĂ€ge gemacht, die nunmehr aus berufenem Munde vom neuen Kurdirektor erneut ins GesprĂ€ch gebracht wurden. Er weiß, wovon er spricht, und ich und wohl auch die Mehrheit der Cuxhavener BĂŒrger hoffen, dass diese Planungen bald umgesetzt werden.

Manfred Kuras

Schlechter Verlierer Ferlemann v. 2.11.21

In der Zeitung (CN) vom 29. Oktober 2021 ist ein sehr gutes Interview von Inga Hansen mit dem Parlamentarische StaatssekretÀr in Verkehrsministerium Enak Ferlemann wiedergegeben.

Fazit: Er ist ein sehr schlechter Verlierer und gibt anderen die Schuld an dem schlechten Ergebnis der Union und an seinem persönlichen Debakel.

Vor allem wird der Spitzenkandidat Laschet als Hauptschuldiger ausgeguckt. Er war der Lieblingskandidat von Merkel und wurde gewĂ€hlt. WĂ€hrend des Wahlkampfes habe ich keine entsprechenden Äußerungen ĂŒber diese Fehlbesetzung von Ferlemann gelesen. Klar, dass er vor dem Wahlergebnis nichts verlauten lies – es hĂ€tte ja auch anders kommen können und dann wĂ€re sein Amt eventuell in Gefahr gewesen.

Er sagt, „Die Leute wollten den Wechsel.“ Den personellen oder den politischen? Sie haben nur den personellen bekommen, denn die merkelsche Politik wird weitergefĂŒhrt.

Die Union hat ihr konservatives Profil wĂ€hrend der Ära Merkel total verloren und pö a pö den links-grĂŒnen Forderungskatalog nicht nur ĂŒbernommen sondern sogar erfĂŒllt. Wozu dann noch eine CDU/CSU? Sie ist ĂŒberflĂŒssig geworden! Nun kommt das Original zum Zuge und die bisherige Politik wird an Tempo zulegen. Ob die Leute das gewollt haben? Mein Eindruck ist, dass aufgrund des relativen Wohlstandes ĂŒber die langfristigen Folgen dieser Politik nicht nachgedacht wird. Die Medien tun das ihrige bei.

Zur Erinnerung nochmals die Ergebnisse der letzten 16 Jahre Kanzlerschaft Merkel:

  • Ausstieg aus der klimaneutralen Atomkraft mit Abbruch der ungefĂ€hrlichen Meiler (je 1 Mrd €)

  • Förderung der Einwanderung von ArmutsflĂŒchtenden

  • Abschaffung der Wehrpflicht (Rest eine de facto Söldnerarmee)

  • Unzureichende Energiewende – teuer fĂŒr die Haushalte, aber ohne Auswirkung auf das Weltklima

  • Lesben- und Schwulenförderung durch Ehen fĂŒr alle (Stichwort Witwenrente)

  • Vorschnelle EinbĂŒrgerung statt eingehender PrĂŒfung

  • Beitritt zum UNO-Migrationspakt, der „Migration fĂŒr die Menschen sicherer machen soll“ (Folgen sind bekannt)

  • Einstieg in die EU-Schuldenunion mit 750 Mrd. €, fĂŒr die Deutschland gesamtschuldnerisch haftet

Diese AufzÀhlung erhebt nicht den Anspruch auf VollstÀndigkeit.

Dies alles ist mit der Union und somit auch von Ferlemann zu vertreten, einem m.E. willigen Parteisoldaten.

Auch in Sachen Elbvertiefung hat er sich vornehm zurĂŒckgehalten und nur auf das Leipziger Gerichtsurteil verwiesen; Ă€hnlich wie die GrĂŒnen in Hamburg, die auch fĂŒr die Vertiefung sind.

Das sind m.E. die GrĂŒnde fĂŒr das Wahlergebnis. Und ich sehe durch die Äußerungen in der Union nicht, dass sie in sich gehen und einen wirklichen Politikwechsel fĂŒr das Wohl des Deutschen Volkes anstreben.

Manfred Kuras

Querdenker eingeschĂŒchtert? v. 11.7.2021

Ein Ă€ußerst brisanter Bericht der Cuxhavener Nachrichten vom 3. Juli 2021 lĂ€sst mich aufhorchen. Danach hat die Polizei am 24.6. um 6.00 Uhr morgens bei einem sog. „Querdenker“ Tomo Andic seine Wohnung durchsucht. Wegen des Verdachts der „Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“. Diesen Straftatbestand muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Wer kennt ihn? Ich kannte ihn bisher nicht. Man darf keine DatentrĂ€ger dazu benutzen.

Wer der Anzeigende ist und um welchen vertraulichen Sachverhalt es sich handelt, wird nicht gesagt. Irgendwelche schwerwiegenden Geheimnisse, die unbefugt an die Öffentlichkeit gekommen wĂ€ren, sind mir nicht bekannt. Es handelt sich also nicht um ein Verbrechen sondern wahrscheinlich um eine Angelegenheit, die im Bereich Beleidigung oder Verleumdung anzusiedeln wĂ€re. Es wird auch nicht gesagt, um was es denn dort geht! Ist das so brisant?

Die Polizeimaßnahme ist auch nur deswegen an die Öffentlichkeit gelangt, weil die Zeitung durch das Internet davon erfahren und bei der Polizei um Auskunft darĂŒber gebeten hat.

Bei einer Hausdurchsuchung wird das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung verletzt. Es handelt sich um ein Freiheitsrecht. Bei einer solchen Maßnahme mĂŒssen m.E. schon sehr schwerwiegende strafrechtlich relevante Tatsachen vorliegen, die eine derartige Maßnahme rechtfertigen. Es muss ja schon Gefahr im Verzug gewesen sein, wenn man einen bislang unbescholtenen BĂŒrger zu nachtschlafender Zeit polizeilich aufsucht und sein Privateigentum beschlagnahmt. Hat man ihm eigentlich vorher gefragt, ob er die fraglichen DatentrĂ€ger freiwillig herausgibt?

Dass ein Richter eine Hausdurchsuchung wegen des Verdachts einer Straftat anordnet und damit diesen BĂŒrger bloßstellt, ist schlimm.

Ich kenne Herrn Andic nicht und bin auch kein „Querdenker“, aber dass er seine Meinung vertreten darf, ist ihm grundgesetzlich verbrieft.

Es hat den Anschein, dass hier die Polizei missbraucht worden ist, einen kritischen BĂŒrger einzuschĂŒchtern und mundtot zu machen, was ja offenbar gelungen ist. Die VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit ist m.E. auf jeden Fall nicht gewahrt.

Dieser Fall bedarf einer weiteren Nachforschung durch die Presse, denn die BĂŒrger haben ein Recht darauf, zu wissen, was hier passiert ist. Umfassende AufklĂ€rung tut hier Not!

Manfred Kuras

Wassserhaltung tut Not

 

Dem Moor am Bederkesaer See soll durch eine bessere VernĂ€ssung geholfen werden. Staubauwerke sollen den Abfluss des Regenwassers stoppen und so regulieren, dass sich dort wieder das Moor entwickeln kann. Dies halte ich fĂŒr eine gute Maßnahme, wenngleich sie nicht ganz billig sein dĂŒrfte. Aber wir sollten es uns leisten, die SĂŒnden der Vergangenheit weitgehend zu korrigieren.

In den vergangenen trockenen Jahren hat es große SchĂ€den an der Natur gegeben, die in vielen FĂ€llen hausgemacht sind. Sie möglichst zu vermeiden und ggf. rĂŒckgĂ€ngig zu machen ist auch ein Beitrag zur Klimaverbesserung.

Die Regulierung des Niederschlagswassers zwecks Wasserhaltung in den vorwiegend landwirtschaftlich geprĂ€gten Gebieten sollte durch eben solche oder Ă€hnliche Bauwerke wie in Bederkesa in den AbflussgrĂ€ben Aufgabe der Wasser-und BodenverbĂ€nde sein. In der Sommerzeit sind die meisten viel zu tiefen EntwĂ€sserungsgrĂ€ben total leer, weil sie mit dem entsprechenden GefĂ€lle in die Vorfluter fließen und dann noch in die FlĂŒsse bei Ebbe oder sogar mit den Schöpfwerken in die Nordsee gepumpt werden. Dies mag sicherlich im ggb. Fall notwendig sein, um Überschwemmungen zu vermeiden, aber nicht in dem Maße, wie das z.Zt. der Fall ist. Dies ließe sich m.E. reduzieren, wenn man das Wasser soweit möglich in den GrĂ€ben halten wĂŒrde, indem, indem man sinnvolle Sperren, z.B. in V-Form, in die EntwĂ€sserungsanlagen baut. Dies wĂŒrde auch dazu beitragen, den Grundwasserstand zu erhöhen und in den KĂŒstenregionen dem Versalzungsdruck durch die Nordsee entgegenwirken. Vielfach könnte auch die Beregnung der Äcker mit Trinkwasser reduziert werden.

Auch das m.E. zu viel erfolgte RĂ€umen der GrĂ€ben lĂ€sst der Flora kaum Zeit, sich zu regenerieren. Nur weil es „dran“ ist und der Maschinenpark genutzt werden muss, ist es nicht immer sinnvoll. Hier sollte man vorher in jedem Einzelfall die Notwendigkeit prĂŒfen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Manfred Kuras

Elbvertiefung vom 10.1.21

Am 7. Januar lese ich hocherfreut, dass der GrĂŒnen-Promi Stefan Wenzel die Elbe-Vertiefung rĂŒckgĂ€ngig machen will. Das ist mal was Erfreuliches! Er wendet sich an Ferlemann, dies zu tun. Ich kann ihm da nur beipflichten.

Hierbei hat er offenbar ganz vergessen, dass die „GrĂŒnen“ im Hamburger Senat zweimal, nĂ€mlich 2008 und 2015 ihre Zustimmung fĂŒr die 9. Elbvertiefung gegeben haben!

Er selbst war von 2013 bis 2017 Umweltminister in Hannover und hĂ€tte dort und in Hamburg seinen Einfluss gegen diese unselige Entscheidung einbringen können; ggf. auch mit einer RĂŒcktrittsdrohung. Davon habe ich aber nichts gehört.

Er hat recht, wenn er Ferlemann vorwirft, nicht wirklich gegen die Elbvertiefung votiert zu haben und dieser nur achselzuckend auf die Gerichtsentscheidung verweist, die aber nur die RechtmĂ€ĂŸigkeit der Planung geprĂŒft hat. Aber jetzt in der Vorwahlzeit fĂŒr den Bundestag den Leuten zu erzĂ€hlen, wie er doch schon immer gegen die Elbvertiefung war, blendet sein damaliges Verhalten aus und ist deswegen unglaubwĂŒrdig.

Der Jade-Weser-Port vor Wilhelmshaven liegt praktisch brach, der doch nur dann Sinn macht, wenn er ausgelastet ist und die Revierfahrt von ĂŒber 100 km nach Hamburg fĂŒr tiefgehende Schiffe erĂŒbrigt.

Hamburg, Bremen und Niedersachsen und der Bund haben hier eine Mrd. investiert, um ihn zu bauen. 2012 ging er in Betrieb, große Anstrengungen der Bahn und sonstige Infrastrukturmaßnahmen erfolgten, um dieses vernĂŒnftige Vorhaben in die Tat umzusetzen. Hamburg ist frĂŒhzeitig ausgestiegen, um die Elbvertiefung durchzuboxen und auch Bremen hat jetzt keine Lust mehr, sich am laufenden Defizit des Jade-Weser-Port zu beteiligen. Dieses Desaster muss sich die Politik vorhalten lassen!

Ich wĂŒnsche Herrn Wenzel trotzdem, dass er Herrn Ferlemann von seinem Anliegen – wenn auch spĂ€t – ĂŒberzeugen kann.

Manfred Kuras

Asylantenbetrachtung – Ideologie und Realismus v. 27.8.2019

Die Kommentierung von Egbert Schröder ĂŒber die angeblich gemeisterte FlĂŒchtlingsarbeit im Landkreis Cuxhaven bedarf einer Erwiderung aus realistischer und nicht aus ideologischer Sicht.

FĂŒr ihn ist die Aufgabe bereits erfolgreich gestemmt und Frau Merkel hat Recht behalten mit ihrem „Wir schaffen das!“ Ich kann nur sagen „mitnichten!“ Die FlĂŒchtlingszahlen sind zwar gegenĂŒber 2015/16 drastisch gesunken, obwohl Frau Merkel Höchstzahlen nicht akzeptieren wollte ( „Das Grundgesetz sieht keine Begrenzung vor.“). Jeden Monat werden immer noch aktuell ca. 13.000 AsylantrĂ€ge gestellt. Allein mit den unmittelbaren Kosten von jĂ€hrlich 23. Milliarden € werden wir auch in Zukunft und auf nicht absehbarer Zeit belastet. Und wer das mal deutlich sagt, schĂŒrt mit dumpfen Parolen die Fremdenfeindlichkeit und wird ausgegrenzt.

Herr Schröder geht davon aus, dass die hier ankommenden Menschen in ihrer Heimat verfolgt werden obwohl inzwischen auch dem Wohlmeinensten bekannt sein dĂŒrfte, dass dies nur in den seltensten FĂ€llen der Grund ist, hier sein GlĂŒck zu versuchen. Nun, das ist in einigen FĂ€llen auch gelungen; die Masse lebt aber nach wie vor von staatlichen Leistungen; Abschiebungen abgelehnter Asylanten finden nur in geringen Umfang statt. Die Verwaltungsgerichte stehen vor dem Kollaps; Die Asylindustrie ist eine sichere Einnahmequelle fĂŒr AnwĂ€lte, Mediziner und Psychologen, so ein Verwaltungsrichter. NatĂŒrlich alles aus der Staatskasse.

Sogar die OrdnungskrĂ€fte, die bei kriminellen Handlungen von Asylanten gerufen werden, werden von Herrn Schröder verdĂ€chtigt, sich gegenĂŒber Asylanten unkorrekt verhalten zu haben, wenn Abwehrmaßnahmen nötig waren. Dann beklagt Herr Schröder, dass bei deutschen TĂ€tern weniger Aufhebens in den Medien bei gleichen Straftaten gemacht wird. Wenn es so wĂ€re, so ist das doch verstĂ€ndlich. Denn wenn ich als Hilfesuchender in einem anderen Land, welches mich mit sozialen Leistungen ohnegleichen ĂŒberhĂ€uft, strafbare Handlungen begehe, so ist das doch aus meinem VerstĂ€ndnis weitaus verwerflicher als wenn dies ein steuerzahlender Einwohner tut. Wobei bei der Berichterstattung in den Medien meistens kein Hinweis auf die IdentitĂ€t der TĂ€ter erfolgt. Man verschleiert in diesen FĂ€llen, dass es sich um AuslĂ€nder oder Menschen mit deutschem Pass aber mit Migrationshintergrund handelt. Fast jeden Tag in der Zeitung zu lesen. Auch das Verschweigen wichtiger Tatsachen ist eine LĂŒge, weil sie eine bestimmte Absicht verfolgt; nĂ€mlich die Desinformation und Beeinflussung der BĂŒrger.

Und es klappt, weil dieser Brief nicht veröffentlicht wird, wohl aber die Meinung der Leute, die wie Herr Schröder denken.

Manfred Kuras

Die Herren aus dem Afrikaviertel v.27.6.2019

Geschichte rĂŒckblickend zu betrachten, das Ergebnis zu kennen und dann beckmesserisch zu behaupten: Ich habs ja gleich gewusst! ist in Deutschland wohlfeil und leider weit verbreitet. Wenn man der damaligen Zeit gerecht werden will, muss man sich in die damals herrschende Situation und Betrachtungsweise hineinversetzen. Das tun leider nur die wenigsten.

Ob die Straßennamen im „Afrikaviertel“ geĂ€ndert werden sollten, hĂ€ngt davon ab, ob die Namen wirklich so belastet sind, dass dies unbedingt erforderlich ist. Die in dem Artikel der CN vom 25.6. 2019 dargestellten LebenslĂ€ufe der Herren sind nicht geeignet, dass die Straßennamen zu Ă€ndern wĂ€ren. Der wirklich brutale General von Trotha ist nicht dabei. Dieser ist nach Bekanntwerden seines Vernichtungsbefehls auch von Berlin zurĂŒckgepfiffen und seines Postens enthoben worden.

Seitens der Reichsregierung war keinesfalls die Vernichtung der Hereros und der Namas beabsichtigt. Aber betrachtet aus dem Jahr 1904 war der Aufstand oder Krieg der Hereros gegen die Kolonialmacht, der mit der Ermordung von 140 Siedlern begann, natĂŒrlich fĂŒr diese nicht hinnehmbar und musste eingedĂ€mmt werden, wenn man glaubwĂŒrdig bleiben will. Es war auch keinesfalls so, dass die AufstĂ€ndischen wehrlose Hirten mit Pfeil und Bogen waren. Sie hatten Schusswaffen und waren zu militĂ€rischen Aktionen durchaus in der Lage. Sie eroberten viele Ziele und machten die Besatzungen nieder. Es entwickelten sich regelrechte Gefechte, bei der die Deutschen starke Verluste hinnehmen mussten. Letztendlich siegten die Deutschen; die AufstĂ€ndischen flohen in die WĂŒste, wo viele umkamen.

Ein Völkermord war es nicht, auch wenn Deutschland dies offiziell 2016 anerkannte; aber unsere Politiker machen ja immer einen RĂŒckzieher, wenn man nur laut genug schreit.

Letztendlich geht es um Geld, sogn. EntschĂ€digungsforderungen, die sogar in New York eingeklagt werden. Und – wetten das – unsere Regierung wird schon Wege finden, diese zu befriedigen. Dies, obwohl Deutschland keinem anderen Land soviel Entwicklungshilfe gegeben hat, wie Namibia.

Im ersten Abschnitt des Artikels vom 20.6. ĂŒber die Kolonialzeit hießt es:

„Der EnglĂ€nder war brutal; der Franzose auch nicht ohne. Und der Portugiese erst! Vom Belgier gar nicht zu reden.“ Ganz recht, nur dort redet keiner davon oder nur sehr gedĂ€mpft. Ich kenne keine EntschĂ€digungsforderungen der ehem. Kolonien gegenĂŒber diesen LĂ€ndern. Nur gegen Deutschland, das zwei Kriege verloren hat, ein Drittel seines Gebietes beraubt wurde, 13 Millionen Deutsche vertrieben wurde mit 2,5 Mio. Opfern, das kann man beschuldigen und anzapfen. Das schlimmste ist, das die Deutschen selber am meisten dazu beitragen, dass der Schuldkult gepflegt wird.

Die Verantwortlichen sollten sich aber im klaren sein, dass dies auf Dauer dazu fĂŒhrt, das der Zusammenhalt und das ZusammengehörigkeitsgefĂŒhl auf der Strecke bleibt, denn wer möchte schon einem schuldigen Volk angehören? Das hat Folgen, die wir jetzt schon sehen und die sich weiter verstĂ€rken werden.

Manfred Kuras