Ukraine will in die EU u.a.v.26.4.2026

Der Artikel „Ukraine rĂŒckt der EU nĂ€her“ vermittelt den Eindruck eines strategischen Fortschritts. TatsĂ€chlich aber drĂ€ngt sich der Eindruck auf, dass hier eine Politik betrieben wird, die zentrale Interessen Europas und vor allem Deutschlands missachtet. Mit dem inzwischen 20. Sanktionspaket gegen Russland und weiteren Finanzzusagen von 90 Milliarden fĂŒr die Ukraine werden Aktionen fortgesetzt, die geradezu böswillig Europa schĂ€digen. Gleichzeitig ist absehbar, dass ein erheblicher Teil dieser Mittel in militĂ€rische Beschaffungen aus den USA verwandt wird. Schon heute summieren sich die UnterstĂŒtzungsleistungen der letzten vier Jahre fĂŒr die Ukraine auf rund 195 Milliarden Euro. Im Falle eines EU-Beitritts wĂ€ren nach gĂ€ngigen Berechnungen jĂ€hrliche Nettozahlungen von etwa 20 Milliarden Euro zu erwarten, wovon Deutschland 27 %zu tragen hat und das angesichts einer schwĂ€chelnden deutschen Wirtschaft. Besonders widersprĂŒchlich erscheint die Energiepolitik. Deutschland hat sich sehenden Auges von verlĂ€sslichen und vergleichsweise gĂŒnstigen Energiequellen wie russischem Gas und Öl abgeschnitten. Stattdessen hat man sich von amerikanischem klimaschĂ€dlichem und teurem LNG-Gas in eine neue unzuverlĂ€ssige AbhĂ€ngigkeit begeben. Die jĂŒngsten Spannungen rund um wichtige Seehandelsrouten zeigen, wie verwundbar diese Strategie ist. Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung sieht anders aus. Hinzu kommt die folgenschwere Entscheidung, die eigene Kernenergie vollstĂ€ndig aufzugeben. Der Ausstieg aus der Atomkraft hat die energiepolitische Lage weiter verschĂ€rft. Die Abschaltung der Atomkraftwerke und der Abbruch stellen eine Vernichtung von Volksvermögen grĂ¶ĂŸten Ausmaßes dar. Einigen Politikern dĂ€mmert es langsam, dass der Ausstieg aus der Atomkraft ein Fehler war.

Weil der Russe demnĂ€chst vor der TĂŒr stehen wird, soll die Bundeswehr zur stĂ€rksten Armee in Europa aufgebaut werden. Mit dieser unhaltbaren BegrĂŒndung werden die feindlichen Maßnahmen gegen Russland dem Volk verkauft. Seit ĂŒber vier Jahren zieht sich der vom Westen provozierte Konflikt schon hin ohne Aussicht auf ein Ende. Die Politiker wissen sehr wohl, dass die Bedrohungslage aufgrund des KrĂ€fteverhĂ€ltnisses und auch der Motivation Russlands, keine weiteren Territorien zu besetzen, gar nicht besteht. Aber sie haben sich schon solange in ihren Unwahrheiten verstrickt, dass sie zu feige sind, dem Volk ihre Machenschaften zu bekennen. Dass Russland gar nicht in der Lage ist, die NATO erfolgreich mit konventionellen Mitteln anzugreifen, ist offensichtlich. Russland ist bekanntlich seinen Freunden in Syrien, Venezuela und dem Iran nicht beigestanden, weil dies seine KrĂ€fte ĂŒberstieg. Auch Kuba wird sich Trump wohl vornehmen, ohne dass Russland was dagegen tun kann. Aber uns erzĂ€hlt man etwas von der russischen Bedrohung! Ich habe die Russen bei meinem Aufenthalt in Ägypten im Januar kennen und schĂ€tzen gelernt. Kein böses Wort ĂŒber die Deutschen, obwohl sie wegen des Verhaltens der Politiker allen Grund hĂ€tten. Wir sollten auch bedenken, dass wir im Westen viel von der russischen Kultur und dem Sport profitieren. KĂŒnstler und Sportler, die in Russland ihre FĂ€higkeiten erworben haben.

LĂ€nder sind per se keine Freunde, LĂ€nder haben Interessen. Dieter Bohlen hat es auf den Punkt gebracht, als er fĂŒr eine Partnerschaft mit Russland plĂ€dierte und er mit unserer Technik und den russischen BodenschĂ€tzen die idealen Voraussetzungen fĂŒr eine gute Zukunft sah.

Eine Politik, die dauerhaft gegen wirtschaftliche Vernunft, energiepolitische StabilitĂ€t und die Interessen der eigenen Bevölkerung arbeitet, wird langfristig weder innenpolitisch tragfĂ€hig noch außenpolitisch erfolgreich sein.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Manfred Kuras