Klimawandel vom 14.10.19

Greta Thunberg hat die √Ėffentlichkeit der Welt auf das Problem des Klimaschutzes aufmerksam gemacht. Sie ist eine Idealistin und hat meine Bewunderung. Es w√§re sch√∂n, wenn die Politik ihre Forderungen aufnehmen w√ľrde und die erforderlichen Ma√ünahmen auch umsetzen w√ľrden. Da habe ich meine Zweifel. Denn leider reagiert Politik meistens zu sp√§t, wenn √ľberhaupt.

Panikartig hat die Bundesregierung ein sog. Klimapaket verabschiedet, in dem verschiedene Absichtserkl√§rungen und Ma√ünahmen f√ľr Deutschland vorgesehen sind, die m.E. aber nicht zu einer CO¬≤-Reduzierung f√ľhren werden.

Der CO¬≤-Aussto√ü soll mit Strafen f√ľr Kohle, √Ėl und Gas belegt werden, was zur Verteuerung aber nicht zu weniger Verbrauch f√ľhren wird.

Das Fliegen wird teurer und die Bahn soll weniger Steuern bezahlen, was den Preis f√ľr Bahnkarten um unter 10% senken k√∂nnte; m.E. kein Effekt, usw., usw.. Die Mehreinnahmen sollen u.a. schwachen Mietern und Fernpendlern zugute kommen.

Auf die Umsetzung der Absichtserkl√§rungen darf man gespannt sein, denn darin ist die Merkel-Regierung Meisterin, es nicht zu tun; ich denke nur an die verk√ľndete Bestrafung der Drahtzieher in der Finanzkrise 2009, die dem Steuerzahler dreistellige Milliardenbetr√§ge gekostet hat. Die B√∂rsianer sind nicht einmal angeklagt oder schadensersatzpflichtig gemacht worden! √Ąhnliches gilt f√ľr den Milliardenschaden durch den sog. Cum-Ex-Steuerbetrug. Diese Regierung ist nicht willens und in der Lage, hier die Beweislastumkehr gesetzlich auf den Weg zu bringen.

Weitere Beispiele, bei der vorhandene Vorschriften mangels Kontrolle einfach nicht umgesetzt werden:

Jeder wei√ü, dass Rauchen sch√§dlich ist, viele Menschen vorzeitig daran sterben und trotzdem wird kein umfassendes Werbeverbot erlassen. Daran sieht man auch als Unbedarfter, dass die Politik sich von der Wirtschaft, die ohne R√ľcksicht auf die Gesundheit Profit machen will, korrumpiert wird.

M√ľllentsorgung der Schiffe in den H√§fen statt auf dem Meer. Im Fernsehen wurde gezeigt, dass ein gro√ües Containerschiff im Hamburger Hafen in einem normalen Haushaltsm√ľllbeh√§lter gerade mal einen kleinen Plastiksack den Hafenarbeiter √ľbergab, obwohl doch von ganz anderen Mengen ausgegangen werden muss.

Der Eltanschluss in den Häfen wird von den Kreuzfahrtschiffen nur sporadisch genutzt. Es besteht kein Benutzungszwang, obwohl dies zugunsten der Anwohner dringend erforderlich wäre. In beiden Fällen wird der Umwelt- und Menschenschutz zugunsten des Gewinnstrebens der Hafenbetreiber vernachlässigt.

Die Gr√ľnen schwimmen aufgrund der Medienpr√§sens √ľber den Klimawandel auf einer Erfolgswelle, die sie m.E. nicht verdienen. In der praktischen Politik sind sie ein angepasster Partner der gewinnorientierten Wirtschaft ohne R√ľcksicht auf den Umweltschutz: So stimmten die ‚ÄěGr√ľnen‚Äú f√ľr die uns√§gliche Elbvertiefung und seinen Folgen f√ľr die Umwelt.

Die unglaubw√ľrdige Politik in Sachen Umweltschutz wird durch die Zusage der Bundesregierung gegen√ľber den USA unterstrichen, einen Hafen f√ľr Fl√ľssig-Gas aus den USA zu bauen, das von diesen durch das umweltsch√§dliche Fracking-Verfahren gewonnen wird. Obwohl daf√ľr √ľberhaupt kein Bedarf besteht, weil wir ausreichend aus mehreren Regionen versorgt werden.

Ein wirklicher Beitrag zur CO¬≤-freien Stromgewinnung w√§re der Weiterbetrieb der vorhandenen Kernkraftwerke als Grundlast. Denn solange wir keine Speicherm√∂glichkeit f√ľr Wind und Sonne haben, w√§re das eine vern√ľnftige Ma√ünahme. Au√üerdem m√ľsste auf den R√ľckbau (Abbruch) der v√∂llig gefahrlosen stillgelegten KKW¬īs verzichtet werden. Einmal wegen der Kosten von ca. 1 Mrd. ‚ā¨ je KKW, der umweltsch√§dlichen Immissionen w√§hrend der Arbeiten und der Unf√§higkeit, zu wissen, wohin mit dem schwach-radioaktivem Abfall.

Andere Staaten bauen neue AKW`s, aber wir sind ja schlauer. Wir errichten immer neue Windr√§der und bedecken landwirtschaftliche Fl√§chen mit Solarkollektoren oder bauen Mais f√ľr Biogasanlagen an, um Strom zu gewinnen. Weil diese ganze Technik aber vom kleinen Stromverbraucher hochsubventioniert wird, wird der Strompreis immer teurer, unsere Landschaft und die D√§cher von Wohnsiedlungen nicht immer zum Vorteil ver√§ndert. Der Strom wird aber in der Menge gar nicht gebraucht, wenn die Sonne scheint und der Wind weht, trotzdem erhalten die Betreiber Geld f√ľr den mutma√ülich zu erzeugenden Strom, auch wenn die Windm√ľhle steht. Deswegen sind ja auch die entsprechenden Akteure so aktiv, weil es ein risikoloses Gesch√§ft ist. Auch hier muss bedarfsgerecht gehandelt werden.

Das Verfahren zur Umwandlung von Wasser durch √ľbersch√ľssigen Strom in Wasserstoff steckt noch in den Kinderschuhen und sollte weiterentwickelt werden, was der Klimabeschluss der Regierung auch richtigerweise vorschl√§gt.

Die F√∂rderung der Elektroautos ist z.Zt. nur sinnvoll f√ľr den innerst√§dtischen Verkehr zur Vermeidung der Abgase. Eine CO¬≤- Reduzierung geht damit nicht einher, denn der Strom muss ja irgendwie erzeugt werden.

Da viele Schwellen- und Entwicklungsländer einen höheren Lebensstandart anstreben und die Weltbevölkerung wächst, wird es nach wie vor eine weitere Steigerung der CO²-Belastung geben. Nicht nur der Amazonas sondern auch die Wälder im Kongo brennen.

Besonders die afrikanische Bev√∂lkerung w√§chst rasant. Nach meinem Volksbrockhaus von 1967 hatte z.B. √Ągypten 26 Mio. Menschen; jetzt sind es 100 Millionen. Man muss schon v√∂llig realit√§tsfremd sein, wenn man glaubt, Europa ‚Äď speziell Deutschland ‚Äď kann dieses Problem l√∂sen.

Das die CO¬≤-Belastung weltweit Auswirkungen hat und nicht von Deutschland allein – mit einem Anteil von ca. 2 % – zu bew√§ltigen ist, d√ľrfte jedem einleuchten. Hektischer Aktionismus ist nicht angebracht.

Ein weltweites Umdenken auf vielen Gebieten ist notwendig.

Manfred Kuras