Monats-Archive: Januar 2021

Elbvertiefung vom 10.1.21

Am 7. Januar lese ich hocherfreut, dass der Gr├╝nen-Promi Stefan Wenzel die Elbe-Vertiefung r├╝ckg├Ąngig machen will. Das ist mal was Erfreuliches! Er wendet sich an Ferlemann, dies zu tun. Ich kann ihm da nur beipflichten.

Hierbei hat er offenbar ganz vergessen, dass die ÔÇ×Gr├╝nenÔÇť im Hamburger Senat zweimal, n├Ąmlich 2008 und 2015 ihre Zustimmung f├╝r die 9. Elbvertiefung gegeben haben!

Er selbst war von 2013 bis 2017 Umweltminister in Hannover und h├Ątte dort und in Hamburg seinen Einfluss gegen diese unselige Entscheidung einbringen k├Ânnen; ggf. auch mit einer R├╝cktrittsdrohung. Davon habe ich aber nichts geh├Ârt.

Er hat recht, wenn er Ferlemann vorwirft, nicht wirklich gegen die Elbvertiefung votiert zu haben und dieser nur achselzuckend auf die Gerichtsentscheidung verweist, die aber nur die Rechtm├Ą├čigkeit der Planung gepr├╝ft hat. Aber jetzt in der Vorwahlzeit f├╝r den Bundestag den Leuten zu erz├Ąhlen, wie er doch schon immer gegen die Elbvertiefung war, blendet sein damaliges Verhalten aus und ist deswegen unglaubw├╝rdig.

Der Jade-Weser-Port vor Wilhelmshaven liegt praktisch brach, der doch nur dann Sinn macht, wenn er ausgelastet ist und die Revierfahrt von ├╝ber 100 km nach Hamburg f├╝r tiefgehende Schiffe er├╝brigt.

Hamburg, Bremen und Niedersachsen und der Bund haben hier eine Mrd. investiert, um ihn zu bauen. 2012 ging er in Betrieb, gro├če Anstrengungen der Bahn und sonstige Infrastrukturma├čnahmen erfolgten, um dieses vern├╝nftige Vorhaben in die Tat umzusetzen. Hamburg ist fr├╝hzeitig ausgestiegen, um die Elbvertiefung durchzuboxen und auch Bremen hat jetzt keine Lust mehr, sich am laufenden Defizit des Jade-Weser-Port zu beteiligen. Dieses Desaster muss sich die Politik vorhalten lassen!

Ich w├╝nsche Herrn Wenzel trotzdem, dass er Herrn Ferlemann von seinem Anliegen ÔÇô wenn auch sp├Ąt ÔÇô ├╝berzeugen kann.

Manfred Kuras