ZĂ€une im Hafen v. 14.12.2017

Thomas Sassen berichtet in der CN vom 8.12. ĂŒber die Aufstellung von ZĂ€unen im Hafengebiet. Diese Vorschriften, die als Folge des Anschlags in New York am 11.9.2001 erlassen wurden, ist m.E. eine völlige Überreaktion. Und es gaukelt eine Sicherheit in Bereichen vor, die von AnschlĂ€gen bislang nicht betroffen waren und auch zukĂŒnftig nicht betroffen sein werden. Bei Kreuzfahrtschiffen findet ohnehin eine akribische Personenkontrolle statt.

Die angeblich zu schĂŒtzenden Zonen sind fĂŒr Terroristen m.E. uninteressant; es lassen sich in ganz anderen Bereichen viel besser, leichter und effektiver AnschlĂ€ge verĂŒben. Durch die ZĂ€une wird kein Mehr an Sicherheit gewĂ€hrleistet, weil sie von Seeseite leicht zu umgehen sind. Ankommende Schiffe mĂŒssen zwar genau ihre Ladung melden und trotzdem wird in den HĂ€fen tonnenweise Rauschgift und sonstige Schmuggelware angelandet und weiter transportiert. Das gleiche könnte man auch mit Sprengstoff machen.

WĂ€hrend die Sicherheitsvorschriften in den FlughĂ€fen aufgrund des Totalverlustes bei einem Absturz richtig sind, wird in den HĂ€fen ein Popanz aufgebaut aufgrund einer panikartig erlassenen Vorschrift, die nutzlos und kostspielig ist. Sie verunsichert die Bevölkerung, unsere GĂ€ste und verschandelt unseren Hafen. Die deutsche VorschriftenglĂ€ubigkeit und schnelle AusfĂŒhrung sind grundsĂ€tzlich Tugenden. Aber vielleicht sollte man in anderen europĂ€ischen HĂ€fen mal schauen, ob diese in vergleichbaren Situationen solche „Sicherheitsbarrieren“ wirklich umsetzen. Ich bezweifle das.

Vor allem sollen die ZĂ€une in Bereichen aufgestellt werden, die von den Hochseetrawlern angesteuert werden; die also direkt von See kommen und von denen mit Sicherheit keine Gefahr droht.

Die Stadt sollte ich mit allen Mitteln gegen diesen Unsinn wehren!

 Manfred Kuras

Nachtrag: Die CN hat den Leserbrief erfreulicherweise im wesentlichen angenommen.

Erich Baumann hatte dazu noch eine Karikatur gezeichnet, die ich den Interessierten nicht vorenthalten will: