B├╝rgschaft f├╝r die Siedlung v. 9.1.2010

Leserbrief betreffend die ÔÇ×SiedlungÔÇť

Wie sich aus der Berichterstattung der CN in den letzten Wochen ergibt, ben├Âtigt die Siedlung von der Stadt eine B├╝rgschaft. Schon seit Monaten werden die Rechnungen der Handwerker von durchgef├╝hrten Arbeiten nicht oder nicht vollst├Ąndig bezahlt. Im klassischen Sinn ist die Siedlung also pleite, heutzutage insolvent. Zudem ist die Siedlung den Banken ÔÇô und sogar auch wohl der Stadtsparkasse ÔÇô nicht mehr gut genug als Schuldner; eine ganz bedenkliche Tatsache! Auch der Substanzwert von 4.000 Wohnungen reicht anscheinend nicht aus, um ggf. Grundschulden auf dieses Eigentum als Sicherheit zu akzeptieren.

Man m├╝├čte doch schon fr├╝her von seiten der f├╝nf von neun Aufsichtsratsmitglieder, die im Rat der Stadt sitzen, gemerkt haben, da├č die Siedlung mit seinen finanziellen Gebaren in eine Schieflage ger├Ąt. Auch das gro├čz├╝gige Sponsoring von mehr als 20 Vereinen und Projekten kann nur dann erfolgen, wenn man es sich leisten kann. Kein Mensch wird die Siedlung bei der Wohnungssuche bevorzugen, weil sie die Bascats unterst├╝tzt. Nun konnte man durch die erhebliche F├Ârderung der ├Âffentlichen Hand f├╝r die Modernisierung der Wohnungen davon ausgehen, da├č sich die Siedlung damit saniert h├Ątte und auf einem guten Weg sei. Die Ma├čnahmen in der Grenzstra├če sowie im Dobben/Lehfeld machen einen wirklich guten Eindruck. Aber der Hinweis in der Rede des OB zum Neujahresempfang an die Siedlung, da├č man mit den F├Ârderungsmitteln auch sorgsam umgehen mu├č, stimmt nachdenklich; offenbar war dies nicht so. Hier besteht dringender Kl├Ąrungsbedarf

Die Meinung der Mehrheitsgruppe im Rat, da├č die Siedlung regionale Aufgaben des Wohnungsbaus wahrnimmt, ist l├Ąngst ├╝berholt. Bei einem Leerstand von fast 2.000 Wohnungen in Cuxhaven mit steigender Tendenz und den Aussichten, die uns f├╝r die Zukunft ins Haus stehen (siehe den sehr guten Artikel vom 10.12.2009 ÔÇ×Im Jahr 2030 brennt im jedem vierten Haus kein Licht mehrÔÇť), m├╝ssen Investitionen in den Wohnungsbau, vor allem der Neubau, dreimal ├╝berlegt sein. Hausbau ist nun mal keine Angelegenheit von 20 sondern von 100 Jahren. Die Erhaltung der Siedlung in st├Ądtischer Hand kann nicht Selbstzweck sein. Auch das Krankenhaus und Altenwohnheime hat man absto├čen m├╝ssen, weil sie sich – ├Âffentlich gef├╝hrt ÔÇô als ein Fa├č ohne Boden herausgestellt haben.

Wenn nunmehr die Stadt der Siedlung ein ├ťberbr├╝ckungsdarlehen von 500.000 ÔéČ gegeben hat – aus neuen Krediten – und f├╝r weitere 30 Mio ÔéČ b├╝rgen will, halte ich das f├╝r unverantwortbar. Gut da├č der OB hier gegen seine Parteiratsmitglieder wenigstens ein Wirtschaftlichkeitsgutachten gefordert hat. Hoffentlich wird es nicht ein Gef├Ąlligkeitsgutachten, sondern ber├╝cksichtigt die Fakten.

Im ├╝brigen bin ich sowieso erstaunt dar├╝ber, da├č die Banken die Stadt als B├╝rgen akzeptieren. Einen B├╝rgen, der mit 5.000 ÔéČ pro Kopf der Einwohner verschuldet ist und keineswegs auch nur daran denken kann und will, diese Schulden jemals abzubauen.

Mit freundlichen Gr├╝├čen

Manfred Kuras